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Nach der Mitgliederversammlung 2011 und dem Rücktritt des Vorstands

15.11.2011 - Sie liegt nun hinter uns, die von allen im Vorfeld mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung. Selbstverständlich hatten auch wir uns intensiv vorbereitet – doch sind wir genauso wie alle anderen Mitglieder vom plötzlichen Rücktritt des Vorstands vollkommen überrascht worden. Bereits mit Beginn der Rede von W. Overath war klar, dass von da ab die Sachthemen leider nur noch eine untergeordnete Rolle spielen würden.

Wir hatten uns gezielt auf eine sachbezogene Debatte zur geplanten Satzungsänderung vorbereitet und natürlich auch auf die Wahl des Verwaltungsrates, für den wir Jörg Heyer vorgeschlagen hatten. Leider hat er die erforderliche Zustimmung der Mitgliederversammlung nicht erhalten – auch ein Ergebnis, das durch das Verhalten von W. Overath maßgeblich beeinflusst wurde.

Selbstverständlich akzeptieren wir den nur durch unser Wirken zustande gekommenen demokratischen Wahlprozess und wünschen den neu gewählten Verwaltungsratsmitgliedern ein gutes Gelingen in dem für sie neuen Gremium. Auch möchten wir an dieser Stelle allen Mitgliedern für die Unterstützung von Jörg Heyer herzlich danken, insbesondere denen, die seine Kandidatur mit Ihrer Unterschrift ermöglicht haben.

Der Vorstand, der über das gesamte letzte Jahr hinweg eine Spaltung der Mitglieder und Fans in zwei Lager betrieben hat und dies auch auf seiner letzten Mitgliederversammlung im Amt nicht lassen konnte, hat nunmehr den Platz frei gemacht für einen Neuanfang. Auch wenn W. Overath kurzfristig ein personelles Vakuum gepaart mit einem schweren Erbe von 30 Mio. Euro Verbindlichkeiten hinterlässt und wir einen geordneten Übergang für verantwortungs- und stilvoller gehalten hätten, gehen wir davon aus, dass der Verwaltungsrat in einer angemessenen Zeit einen guten Nachfolger zur Wahl vorschlagen wird.

Den jetzt anstehenden Neuanfang sollten alle Mitglieder als Chance begreifen. Eine Chance darauf, wieder in einen konstruktiven und von gegenseitigem Respekt gekennzeichneten Dialog einzutreten. Auf diesen hoffen wir nun auch mit der neuen Vereinsführung. In den letzten Wochen haben wir bereits sehr positive Gespräche in angenehmer Atmosphäre mit dem alten Verwaltungsrat führen können. Wir hoffen zuversichtlich, dass dies in der jetzt beginnenden Übergangszeit und mit dem dann neu zu wählenden Vorstand auch künftig möglich sein wird. Dann sind wir davon überzeugt, dass wir ein neues Miteinander im Verein erreichen können, das auch in eine sinnvolle Satzungsreform münden wird.

Wir möchten auch noch einmal festhalten, dass wir W. Overath nie „unter der Gürtellinie“ angegriffen haben. Wir haben seine Amtsführung hart kritisiert und dazu stehen wir auch heute noch. Und wenn man sich die vielen öffentlich geäußerten Meinungen durchliest, scheinen wir damit nicht alleine zu stehen. Seine Angriffe auf der Mitgliederversammlung waren respektlos. Er weiß ganz genau, dass wir ein Jahr lang vergeblich das Gespräch gesucht haben. Nachdem jeder Versuch eines Miteinanders gescheitert war und wir permanent als Querulanten hingestellt wurden, mussten wir uns vor Gericht durchsetzen. Einfach aufzugeben ist nämlich nicht unsere Art.

Wie geht es nun weiter?

Wir werden selbstverständlich unsere Arbeit nicht einstellen und unsere Initiative auch nicht auflösen. Unser vorrangiges Ziel war es immer, die Satzung zu reformieren. Uns ist jedoch im Laufe des letzten Jahres sehr schnell klar geworden, dass wir mit dem ehemaligen Vorstand keinen Konsens würden erzielen können, da alle von uns gesuchten und angebotenen Gespräche abgelehnt wurden.

Doch wer nicht miteinander spricht, kann auch nicht zu Einigungen kommen, der kann nicht einmal Verständnis für den anderen aufbringen, weil er die Argumente des anderen erst gar nicht kennt. An uns sind Gespräche jedoch nie gescheitert, der ehemalige Vorstand hat sie von Anfang an und bis zuletzt abgelehnt und uns zu Feinden des Vereins erklärt. Daher war auch klar, dass wir unsere Ziele nur erreichen können, wenn der Vorstand abdankt, was nun geschehen ist.

Wir streben auch mit unserem Satzungsentwurf weder eine Basisdemokratie, noch Einfluss in sportlichen oder in operativen Fragen an. Wir sind im Gegenteil für klare und kurze Entscheidungswege sowie eine strikte Trennung von Profiabteilung und Verein in Fragen des Tagesgeschäfts. Wir treten aber nach wie vor für mehr Transparenz und eine stärkere Kontrollfunktion des Verwaltungsrats z.B. in der Gesellschafterversammlung ein, damit nie wieder ein Vorstand eine solch exponierte Machtfülle erhalten kann. Für mehr Beteiligung der Mitglieder z.B. bei Wahlvorschlägen sowie eine Stärkung und Neuausrichtung des Vereinsbeirates werden wir ebenfalls weiter arbeiten. Und insbesondere im Hinblick auf die zukunftsfähige Ausgestaltung unseres Vereins werden wir uns für eine Regelung zu 50+1 stark machen, damit unser Verein nicht einfach ohne unsere Zustimmung ausverkauft werden kann: Es muss satzungsgemäß festgeschrieben werden, dass die Mitglieder bei Anteilsverkäufen gefragt werden müssen und dies nicht ein Vorstand alleine entscheiden darf.

Diese Kernpunkte müssen in einer künftigen Satzungsänderung Berücksichtigung finden, welche in unserem Satzungsentwurf 2.0 als konsensfähige Fassung ja auch vorliegen. Wir arbeiten auch bereits an einer Fassung 3.0. Allerdings wird diese erst Anfang nächsten Jahres fertig sein.

Wir sind zuversichtlich, dass wir ab sofort unsere Satzungsarbeit zusammen mit Vertretern der offiziellen Gremien unseres Clubs fortsetzen können, ohne öffentliche Auseinandersetzungen, ohne taktisches Geplänkel, sondern in zielführenden, sachbezogenen Arbeitsgesprächen. Werner Wolf wird unseren Verein mit seiner besonnenen Art jetzt wieder auf das richtige Gleis setzen.
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